Geschichte von St. Annaberg

 

Die Schlesische Hochebene -liegt zwischen Tarnowitz und Oppeln, auf dieser Ebene befindet sich die höchste Anhöhevon Chelmer Massivs (Georgsberg) - Berg der heiligen Anna (406 Meter über dem Meeresspiegel). Auf dem Gipfel des Berges steht ein Kloster, Basilika mit der Gnaden bringenden Figur der Heiligen Anna Selbdritt im Mittelpunkt. Als im Jahre 1655 die Franziskanermönche auf den Berg gekommen sind, hat es hier nur eine kleine Kirche der Heiligen Anna gewidmet gegeben. Es gibt keine Quellen, die die Herkunft der Figur bestätigen könnten.

 

Es gibt hier nur eine Sage von einem Prinzen, der während seiner Rückkehr aus einem Krieg, hier eine Kirche bauen sollte, in der er die Figur der Heiligen Anna untergebracht hat. Wenn man den Still, die Form oder auch die Kunstepoche berücksichtigt, in der man ähnliche Werke geschnitzt hat, könnte man versuchen die Entstehungszeit der Figur auf die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zu bestimmen. Das einzige erhaltene Dokument, in dem die Rede von den Reliquien der Heiligen Anna war, ist eine Schrift aus dem 15. Jahrhundert. Die Reliquien sollten von dem sächsischen Prinzen - Georg aus Frankreich im Jahre 1504 herbeigebracht werden.

 

Die Figur der heiligen Anna wurde aus einem Stück Lindenholz geschnitzt und ist 66 cm hoch. Sie stellt drei Personen dar. In der Mitte steht die -Heilige Anna, die in Ihren Armen zwei Kinder hält, das eine Kind ist ihre Tochter, die Jungfrau Maria, das zweite Kind ist ihr Enkelsohn Jesus.

 

Die erste Kirche wurde hier in den Jahren 1480-1485 errichtet. Die Stichter waren Nikolaus und Christoph Strzalla. Die älteste amtliche Erwähnung von der Kirche stammt aus 25. Juni 1516. Das Dokument bestätigt die Übergabe der Kapelle auf dem Berg von Nikolaus Strzalla an den Pfahrer von Lesnitz. Die heutige, zum Teil gotische und auch barocke Austattung der Kirche, hat die Basilika in den Jahren 1957-1964 bekommen, während einer Renovierung, durchgeführt von Familie Josef, Maria und Georg Mischke aus Leobschütz.

 

Es ist eine einschiffige Kirche, gemauert aus Stein. Sie hat eine Größe von 38x12x12 Meter und wurde im Barockstil gebaut. Die Malereien über dem Mitteldurchgang knüpfen an das Leben der Heiligen Anna an. Die erste an dem Basilikaeingang, stellt die Maria Geburt, die zweite in der Mitte stellt die Opferung Maria im Tempel Jerusalem dar.

Das dritte Gemälde stellt den Tod der Heiligen Anna dar. In der Basilika befinden sich 6 Seitenaltare, von rechts: der Altar der Mutter Gottes, des Heiligen Peters, des Heiligen Antonius, des Heiligen Hedwig, des Heiligen Franziskus und des Heiligen Josefs.

 

Die Verlängerung der Basilika bildet ein viereckiger Hof, kurz Paradiesplatz gennant. Er wurde im Jahre 1768 errichtet und in den Jahren 1804,1886 umgebaut worden.

 

Die Lourdes Grotte ist auf der Stelle der alten Steinzeche entstanden. Im Jahre 1849 ist hier von Thomas Spruch ein Steinbruch gebildet worden, in dem man Basalt gewonnen hat. Von Jahr für Jahr ist die Erde immer tieferer herabgesunken, was für die Basilika und für das Kloster sehr ein Gefahr darstellte. Um diese Gefahr zu verhindern hat das Kloster am Ende des 19. Jahrhunderts den Steinbruch gekauft und ihn im Jahre 1900 mit Erde eben gemacht. Die Steingrotte wurde in den Jahren 1912-1914 gebaut. Sie entstand aus Kalkstein nach dem Entwurf von Wilhelm Baum aus Düsseldorf. Die Grotten wurden in den Jahren 1914-1915 gebaut. Die Flachreliefs sind im Atelier Gebrüder Moroder aus Baden entworfen und in den Jahren 1914-1916 aus Kalkstein gemacht worden.

 

Die Kalvaria wurde in den Jahren 1700-1709 dank Graf Georg von Gaschin errichtet. Zuerst sind drei große Kirchen und Kapellen des Leidens Christi, später die anderen gebaut worden. Die schönste Kirche ist hier die Kreuzkirche die auf dem Weg zum Pilgerheim liegt.

 

In der Mitte des 17. Jh. hat der Graf Melchior Ferdinand von Gaschin , der Eigentümer dieses Gebietes in die Kirche auf dem Berg die Franziskanermönche herkommen lassen. Gleichzeitig mit Ankunft der Franziskaner hat man mit dem Bau der ersten hölzernen Kirche angefangen. Am 16. August haben sie hier offiziell die Schenkungsurkunde bekommen.

 

Seit ihrer Ankunft begannen die Franziskaner ihre Tätigkeit. Am 10. Oktober 1810 und im Jahre  mußten die Mönche das Kloster verlassen. Im Jahre 1871 unter Regierung von Bismarck ist nämlich Kampf zwischen preußicher  Behörde und deutschen Kirche angefangen. Im Jahre 1887 konnten sie hier wieder zurückkehren. Die dritte Vertreibung der Mönche hat in der Zeit der NSDAP Regierung in Deutschland stattgefunden. Am 19. Juni hat man den Franziskanern befohlen, das Kloster binnen 48 Stunden zu verlassen. Pater Felix Kloß hat damals die Original Figur gegen eine Kopie ausgetauscht. Die Franziskaner sind auf den Berg der Heligen Anna im Jahre 1945 zurückgekommen und sie sorgen sich um das Heiligtum bis heute.

 

Seit 1945 wurde die deutsche Sprache als offizielle Umgangssprache hier leider wie in allen ehemaligen deutschen Provinzen streng verboten. Dieses dumme Verbot dauerte fast 50 Jahre. Am 4. Juni 1989 erstmals nach dem Kriege fand eine ofiziell genehmigte Messe in der Klosterkirche in der deutschen Sprache statt. Auf Wunsch wurden aber deutsche Messen bereits schon vorher unofiziell gefeiert. Im Jahre 1994 hast das General Minister des Ordo Fratrum Minorum - Hermann Schaluck die Franziskanermönche besucht. 

 

Das Ehrenmal

 

Das heutige Denkmal wurde anstelle des deutschen Ehrenmals errichtet, das von 1938 bis 1946 hier stand und für alle gefallenen Schlesier der Nachkrigszeit (Erster Weltkrieg) erbaut worden war.

Die Grundsteinlegung des deutschen Ehrenmals erfolgte am 23.August 1936. In verschiedenen Steinbrüchen um Groß Strehlitz richtete man das Steinmaterial für den Bau her. Im Frühsommer des Jahres 1937 war nun die Ausschachtung der Baugrube für die Fundamente beendet, so das der Bau weitergeführt werden konnte.

 

 Die 12 Pfeilersteine wurden mit den Außenmauern versetzt. Diese Steine trugen die granitenen Tonnengewölbe. Der Innenraum sah wie Kuppelhalle aus.

Der Rundgang war mit Sandsteinplatten ausgelegt. Große Granitplatten aus dem Riesengebierge (Glatz) bilden hier die Decke. Die Kuppel selbst ist ein Ziegelgewölbe, das ganz mit Mosaik ausgelegt war. Am 22 Mai war das Ehrenmal der hier stammenden deutschen Kämpfer am Annaberg eingeweiht.

Die unmittelbar östlich des Denkmals befindliche breite Treppe führt auf eine weiter unten gelegene Terasse, die mit Platten aus rotem Sandstein ausgelegt ist. Von dort führten eine weitere Treppe zur Feierstätte, einem antiken Freilichttheater nachgebildet. Das Freilichttheather liegt 34 m unterhalb des Fußes des Denkmals, gebaut wurde durch die Deutschen in den Jahren 1937-38 für ca. 50 000 Personen. Es besteht aus Kalkstein und hat eine Oberfläche von 20 250 Quadratmeter. Während des Bau des Denkmal für alle  im Krieg gefallenen Schlesier wurde auch das Freilichttheater restauriert. Man besserte die witterungsbedingten Beschädigungen an den Mauern aus, wechselte die Holzbänke aus  und restauierte die aus Kalkstein bestehenden Fundamente unter den Bänken. Das Theater liegt in einem Park. Seine Oberfläche betrug ungefähr 38 ha. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Park noch weiter vergrössert.

 

                    Das schlesische Ehrenmal 1938.